Zurück in die Zukunft

Neujahr ZehJuli Zeh hat mit ihrem spannenden Roman Neujahr eine Milieustudie der Mittelschicht geschaffen und führt uns in die Welt eines überforderten Familienvaters

Die 1974 in Bonn geborene Schriftstellerin Juli Zeh ist eine Autorin, die zurzeit in vielerlei Hinsicht Beachtung findet. Ihre Romane werden hoch gelobt und vom Feuilleton begeistert aufgenommen. Ihr Werk findet den Weg auf Theaterbühnen, sie wird zu Talkshows und Interviews eingeladen und ihr politischer Einsatz für die Demokratie hat ihr zuletzt sogar das Bundesverdienstkreuz eingebracht. Die sympathische Autorin und studierte Juristin findet in der Öffentlichkeit großen Anklang für ihr Engagement, da sie sich offensiv für bürgerliche Rechte einsetzt. Eines ihrer wichtigsten Themen ist dabei die Freiheit des Einzelnen in Zeiten der digitalen Vernetzung. Weiterlesen

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Unbeschreiblich weiblich

Meg WolitzerDer neue Roman der amerikanischen Autorin Meg Wolitzer ist nah am Puls der Zeit

Es ist nicht immer leicht, seinen Prinzipien konsequent treu zu bleiben. Und je mehr Einfluss man hat, umso größer sind die Kompromisse, die man machen muss – oder etwa nicht? In ihrem neuen Roman Das weibliche Prinzip beschreibt die New Yorker Autorin Meg Wolitzer zwei Heldinnen unterschiedlicher Generationen als kämpferische Frauen der Emanzipationsbewegung und lässt dabei ihre Schwächen nicht unbeachtet. Weiterlesen

Okapiträume im Westerwald

leky marianaMariana Leky sorgt mit ihrem liebevoll erzählten Roman Was man von hier aus sehen kann für den Überraschungserfolg dieses Herbstes

Immer wenn Selma von einem Okapi träumt, stirbt jemand im Dorf. Als sich Selma eines Morgens bemüht, betont locker und gut gelaunt zu sein und so auf ihre Enkelin Luise trifft, merkt diese sofort, dass etwas faul ist. Natürlich kann Selma ihren wiederholten Okapi-Traum nicht lange für sich behalten und schnell ist das ganze Dorf in heller Aufregung über diese unheilvolle Neuigkeit. Weiterlesen

Auch an Landluft kann man ersticken

Niemand ist bei den KälbernEines der vielbeachteten deutschsprachigen Debüts in diesem Frühjahr ist der Roman der 1984 geborenen Autorin Alina Herbing. Darin erzählt sie von Christin, einer jungen Frau aus einem kleinen Ort im Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Dieser nicht näher bezeichnete Ort liegt an der ehemaligen Grenze nicht weit von Lübeck und der Küste. Schön, denkt man zunächst – schrecklich, wenn man die Lektüre beendet hat. Denn Alina Herbing schildert in ihrem gelungenen Roman die Schattenseiten eines Lebens auf dem Land, das nichts mit den romantischen Vorstellungen der Städter zu tun hat. Weiterlesen

Familienbande

Georg Elterlein hat mit Sprache der Krähen einen spannenden Roman geschrieben, der sich irgendwo zwischen Thriller und Familiendrama bewegt

Die Welt in Gut und Böse einzuteilen ist einfach, doch ein Blick hinter die Fassade lässt Dinge, die auf den ersten Blick klar erscheinen, oftmals fragwürdig werden. So ist es in Georg Elterleins Roman Sprache der Krähen der Protagonist Leonard, der unsere Vorstellungen von Moral und Gerechtigkeit in Frage stellt, denn schon bald bringt man dem „Bösen“ in dieser Geschichte große Sympathien entgegen. Weiterlesen

Verlorene Heimat

die-fremdeGerhard Streminger erzählt in seinem Briefroman Die Fremde von Vertreibung, Neubeginn und davon was es bedeutet, heimatlos zu sein

In dieser bildreichen und fast schon altmodisch erzählten Geschichte, in der Streminger philosophisch und gesellschaftlich das Thema Heimatverlust hinterfragt, wird man in eine vergangene und im ganz buchstäblichen Sinne untergegangene Welt geführt. Wenn man heute über Vertreibung und Flucht spricht, denkt man natürlich sofort an die aktuelle politische Situation. Doch damit hat der Roman nur sehr wenig zu tun. Weiterlesen